Unsere Welt, unser Sein, unser Handeln – alles ist digitalisiert. Alles muss schnell gehen, denn man ist ja quasi dauerhaft online, selbst unterwegs. Heutzutage findet man es schon seltsam, wenn eine Freundin auf eine belanglose WhatsApp-Nachricht erst zwei Tage später antwortet, weil sie sich dafür Zeit nehmen möchte. Zwischenzeitlich hat man sich natürlich schon wieder zehntausend Gedanken gemacht, ob man etwas Falsches geschrieben hat… Online-Kommunikation und persönliches „Real-Life“-Miteinander verschwimmen fast. Denkt man zumindest, während man ersteres betreibt. Man muss erst wieder neu lernen, dass selbst hunderte Kilometer weit weg wohnende Freunde nicht dauerhaft verfügbar sein können – und möchten. Es geht doch alles so schnell! Man muss auch lernen, dass das Handy auch mal einen halben Tag lang unangetastet in der Ecke liegen darf, während man selbst mit diesem mysteriösen „Real Life“ beschäftigt ist.

Apropos Real Life: Da wir ja heutzutage alle so oft, regelmäßig und auch spontan miteinander in Kontakt treten können, um uns über Neuigkeiten auszutauschen, könnte man meinen, dass wir uns kaum noch etwas zu erzählen haben. Wir haben dann (hoffentlich) viel Zeit zu reden, die zumindest meiner Erfahrung nach, sehr gut genutzt wird. Oder wir schweigen. Das macht aber gar nichts, weil ja auch die Gegenwart eines Herzmenschens zählt, nicht nur das gesprochene Wort. Auch gemeinsam Spaß haben ist unheimlich wichtig, wenn man sich dann mal wiedersieht.

Also: Entschleunigt eure Welt zumindest etwas. Freut euch einfach am Anderen, ohne euch oder ihn gleich unter Handlungszwang zu setzen. Schweigt auch mal miteinander. Genießt die Zeit, die ihr habt. Das geht am Besten langsam und bewusst…