Moonsorrow – Tulimyrski

Mittlerweile ist schon die zweite Arbeitswoche Geschichte.

Zeit, mal über die gestrige Frage der Chefin nachzudenken: „Und, haben Sie sich bei uns schon ein Bisschen eingelebt?“ Ich kann sagen: „Ja. Definitv.“ Der Job gefällt mir. Im Endeffekt bin ich acht Stunden pro Tag  für die Erfassung und Pflege der Kundenstammdaten und das Fakturieren von Musterbestellungen zuständig. Klingt jetzt erstmal nicht sonderlich spannend, ist aber sehr vielfältig. Und vor allen Dingen kommt bisher nicht sooo viel Stress auf, was natürlich super ist. Dennoch falle ich nach einem Arbeitstag (und manchmal einem daran anschließenden Einkauf) meist wie tot ins Bett. Das ist okay. Ich habe es nicht anders erwartet, da es in der Ausbildung genau so war. Dinge, die anderen Menschen leicht fallen – Reize wahrnehmen und vernünftig verarbeiten, darauf reagieren – laufen bei mir halt oft nicht „einfach so nebenbei“. Auf dieser Ebene zu funktionieren ist oftmals Schwerstarbeit. Dazu kommen dann noch die Konzentration bei der Arbeit, Spastiken, dämlicher Schmerzkrempel und mein generell hohes Schlafbedürfnis. Zack, Wusel tot. Menschen versuchen öfter mal, mich nach der Arbeit noch zu Unternehmungen zu überreden, obwohl sie es eigentlich besser wissen müssen. Bisher habe ich es ja geschafft, sie nicht einfach zynisch lachend stehen zu lassen… Ich bin sehr stolz auf mich. Hust.

Mein Arbeitsplatz ist wirklich gut ausgestattet. Zwei große Monitore an einem höhenverstellbaren Schwenkarm, ein höhenverstellbarer Schreibtisch – ab und zu im Stehen arbeiten zu können, ist sehr gut! – und ein Trackball, damit der kleine Spasti nicht die viel zu kleine und leichte Standard-Funkmaus nicht halb durch die Gegend schmeißt und beim Rumschieben derselbigen nicht völlig verkampft. So lässt es sich arbeiten. Bloß meine Kolleginnen haben immer ein Problem, wenn sie mir etwas zeigen möchten, deshalb ist die zweite Maus auch noch angeschlossen.

Vor zwei Wochen haben meine Eltern und ich uns Wohnungen in der neuen Stadt angesehen. Wohnung Nr. 1 befand sich in einer Studenten-Wohnanlage. Erdgeschoss, sofort bezugsfertig, ein Zimmer, Küchenzeile mit im Wohnraum, 27 Quadratmeter. Kleiner Balkon. Sehr schön, aber ich zweifelte, ob sie nicht zu klein sein würde.

Wohnung Nr. 2 war etwa 35 Quadratmeter groß, Suterrain. Sehr hübsch. Allerdings erst ab 01.01.2016 zu beziehen und etwa 100 € teurer, das fällt bei meinem momentanen Gehalt leider heftig ins Gewicht.

Wohnung Nummer 3 lag mitten in der Stadt, in einer lauten, trubeligen Seitenstraße. Sie war komplett entkernt worden, da sie noch saniert werden sollte. Also nix mit „sofort rein“. Nackte Böden, nackte Wände, lediglich eine kahle Glühbirne unter der Decke. Nein. Nichts für mich.

Nach dieser Besichtigung landeten wir in einem netten kleinen Café, das wunderbarerweise sogar sehr leckeren, veganen Kuchen im Angebot hatte und ließen das Gesehene Revue passieren. Ziemlich schnell war klar: Die erste Wohnung wird es. Also griff ich zum Handy und sagte zu. Seit dem 21.11. habe ich die Schlüssel, vorletztes Wochenende bin ich in einer Hauruck-Aktion und mithilfe meiner Eltern und meines Opas mal eben um- und von zu Hause ausgezogen. Sehr cool. Dass das mal SO schnell geht, hätte ich mir ja auch nicht träumen lassen… Tags zuvor hatten wir bei Ikea noch Schränke gekauft – weiß-grüne Kinderzimmermöbel. 😀 Ein Sessel musste auch noch mit, da die Wohnung für mein Sofa einfach zu klein ist. Seit zwei Tagen besitze ich auch endlich eigenes WLAN. Mein Mobilfunkanbieter hat sich die vergangenen 2 Wochen über dauernde Datenvolumen-Nachbuchungen meinerseits gefreut. Die Installation war überraschend einfach. Kabel in die Wand, Box dran, eine halbe Stunde warten, noch einiges konfigurieren, fertig. \o/

Die Lage der Wohnung ist wunderbar. 1 km zur Arbeit, auf dem Weg dorthin zwei Supermärkte, eine Filliale meiner Bank, eine Apotheke, drei Friseure, zwei Bäcker… Klasse. Und alles fußläufig erreichbar. Wenn’s zur Fuß mal nicht geht, sind es zur Bushaltestelle 300 m. Nächste Woche werde ich mich um Ärzte und Physiotherapie kümmern. Dringend. Eine Physio-Praxis ist direkt auf der Kreuzung meiner Straße, ein Ärztehaus mit Vertretern gefühlt sämtlichen Fachrichtungen befindet sich etwa 300 m weiter. Cool.

Ich bin angekommen. Und momentan kann ich mich bis auf körperliche Problemchen echt nicht beklagen. 🙂